Wohnen als Netzwerk
Gemeinschaftliches Wohnen entwickelt sich in Europa zunehmend zu einer zukunftsweisenden Wohnform – als Antwort auf steigende Wohnkosten, wachsende Urbanisierung und ein neues Verständnis von Wohnen als Teil eines sozialen Netzwerks statt rein privatem Rückzugsort. Der Entwurf übersetzt diese Entwicklung in ein architektonisches Konzept, das individuelle Wohnqualität mit gemeinschaftlichen Nutzungen verbindet.
Im Mittelpunkt steht die Idee, dass gemeinschaftliches Wohnen bereits innerhalb der Architektur beginnt: Die Erschließungsflächen werden als Aufenthalts- und Kommunikationsräume interpretiert und bilden das räumliche Rückgrat des Gebäudes.
Entlang dieser Flächen befinden sich auf jedem Geschoss eine gemeinschaftliche Küche, ein Gemeinschaftsraum sowie ein Gemeinschaftsbalkon, während die privaten Wohnungen klar definierte, geschützte Rückzugsorte bleiben.
Der Baukörper selbst folgt derselben Logik. Einzelne, leicht gedrehte Raumvolumen fügen sich zu einem polygonalen Ganzen zusammen und bilden drei Wohnhäuser, die über vertikale Erschließungs- und Versorgungskerne miteinander verbunden sind. Im Erdgeschoss liegen Gewerbeflächen und dienende Räume als eigenständige Volumen und ergeben gemeinsam dessen Grundfläche.
So entsteht kein Haus mit angehängten Gemeinschaftsflächen, sondern ein Gefüge, in dem das Gemeinsame die Struktur vorgibt und das Private sich darin einordnet.




