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HAAG 12 — Perspektive
HAAG 12
Kulturzentrum Luckenwalde · Masterprojekt · Jade Hochschule
Lageplan
Lageplan

Ein Ort der Begegnung

Das Kulturzentrum Luckenwalde verbindet Arbeit, Bildung und Freizeit zu einem ganztägig aktiven Stadtraum und schafft so einen Ort der Begegnung und kulturellen Teilhabe. Ziel ist die Aktivierung des Karrees als Möglichkeitsraum, die Förderung sozialer Durchmischung und die Stärkung der lokalen Wirtschaft. Das Gebäude wird zum Startpunkt der Quartiersentwicklung und zum Katalysator einer sozio-kulturellen Transformation.

Die Halle der früheren Tuchfabrik steht seit Jahren leer und bildet mit dem Nebengebäude eine Blockkante, die den Innenhof bisher eher abriegelt als erschließt. Der Entwurf öffnet genau diese Kante und macht aus der Rückseite eine Adresse.

Zwei bestehende Baukörper, HAAG 12 und das Nebengebäude, bleiben nach außen als Zeugnisse der Stadtgeschichte erhalten, während sich im Inneren eine neue räumliche Identität entwickelt. Ein gemeinsamer Marktplatz verbindet beide Häuser als flexibel nutzbares Zentrum für Aufführungen, Konzerte, Ausstellungen und Marktstände. Das große Gebäude beinhaltet Kantine, Co-Working und Bibliothek, das kleinere Gebäude, der „kleine Bruder“, enthält ein Bistro. Beide folgen dem Prinzip „außen Bestand, innen neu“.

Über die Geschosse staffeln sich die Nutzungen vom Öffentlichen ins Konzentrierte: unten Kantine und Bistro, darüber Bücherei und Co-Working, oben der Konzertsaal mit vorgelagerter Bar. So lässt sich jeder Bereich unabhängig betreiben.

Es entsteht kein Haus für einen einzigen Zweck, sondern eine Infrastruktur, die sich über den Tag und über die Jahre hinweg immer wieder neu belegen lässt.

Konzept-Axonometrie
Konzept

Vom Bestand zur Welle

1. Ausgangsform — Bestehende Struktur

Das bestehende Volumen der ehemaligen Tuchfabrik bildet die Grundlage des Entwurfs und spiegelt die Bedeutung Luckenwaldes als wichtigen Standort der Textilproduktion während der industriellen Revolution wider.

2. Fassadenrhythmus — Textiler Bezug

Zwei Fassaden sind wellenförmig gestaltet und greifen damit Luckenwaldes textiles Erbe auf.

3. Faltung und Fragmentierung

Die Kanten der Fassaden werden selektiv nach oben angehoben, wodurch eine fließende, leichte Gebäudeform entsteht.

4. Fragmentierung — Betonte Hochpunkte

Die Mitten der Fassadensegmente werden abgesenkt, wodurch Hochpunkte an den Rändern entstehen und die wellenförmige Bewegung verstärkt wird.

Grundriss Erdgeschoss Grundriss 1. Obergeschoss Grundriss 2. Obergeschoss Grundriss 3. Obergeschoss

Raumprogramm

  • 01Kantine
  • 02Geschirrrückgabe
  • 03Küche
  • 04Lager
  • 05Technikraum
  • 06Fluchttreppenhaus
  • 07Unisextoiletten
  • 08Schließfächer
  • 09Treppenhaus
  • 10Bistro-Café
  • 03Küche
  • 04Lager
  • 06Fluchttreppenhaus
  • 07Unisextoiletten
  • 09Treppenhaus
  • 10Bistro-Café
  • 11Bücherei
  • 12Kopierraum
  • 14Aufenthalt
  • 15Co-Working
  • 03Küche
  • 04Lager
  • 06Fluchttreppenhaus
  • 07Unisextoiletten
  • 09Treppenhaus
  • 15Co-Working
  • 17Konzertsaal
  • 18Garderobe
  • 04Lager
  • 06Fluchttreppenhaus
  • 09Treppenhaus
  • 17Konzertsaal
  • 19Bar-Bistro

Ganztägig belebt

Das ganztägige Raumprogramm, morgens Lernen und Arbeiten, mittags Kantine, abends Kultur und Gastronomie, schafft einen kontinuierlich belebten Ort. Die Nutzungen lösen einander ab, statt sich zu verdrängen: Wenn die Co-Working-Flächen leerlaufen, füllen sich Foyer, Bar und Konzertsaal. Veranstaltungen entfalten überregionale Strahlkraft, beleben die Innenstadt und stärken die lokale Ökonomie.

Abends macht das leuchtende Gebäude diese Aktivität im Stadtraum sichtbar. Was tagsüber als ruhige, geschlossene Fassade wirkt, wird nach Einbruch der Dunkelheit zum Signal — die transluzenten Module geben das Innenleben als weiches Licht nach außen ab, ohne den Bestand zu überstrahlen.

Die Konstruktion übersetzt das textile Leitmotiv in Tragwerk und Material. Dachträgerrost und Balkendecken bilden eine verflochtene Struktur, in der sich die Richtungen von Kette und Schuss ablesen lassen. Die Spannweiten sind so gewählt, dass die großen Räume stützenfrei bleiben und sich später anders unterteilen lassen.

Massive Stampflehmwände reduzieren graue Energie und stabilisieren das Raumklima, indem sie Feuchtigkeit puffern und Temperaturspitzen abfangen. Sie sind sortenrein rückbaubar und lassen sich am Ende ihrer Nutzung wieder in den Boden zurückführen.

Serielle Vorfertigung und nachhaltige Materialien greifen ineinander und erzeugen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dauerhaftigkeit und Wandelbarkeit: ein Tragwerk, das bleibt, und ein Ausbau, der sich mit den Ansprüchen des Quartiers verändern darf.

Schnitt A-A Schnitt B-B

Schnitte

  • 05Technikraum
  • 09Treppenhaus
  • 14Aufenthalt
  • 01Kantine
  • 07Unisextoiletten
  • 09Treppenhaus
  • 11Bücherei
  • 17Konzertsaal
  • 19Bar-Bistro
Detail 1 Detail 2 Detail 3

Legende

  • 05Ringbalken
  • 09Stampflehmwand
  • 10Recycelter Kunststoff
  • 13Titanzink
  • 19Fassadenhalterung
  • 20Oberlicht
  • 21Silikonfuge
  • 03Bodenaufbau OG
  • 06Lehmputz
  • 07Abdeckung
  • 08Absturzsicherung
  • 11Leimbinder
  • 22Schattenfuge
  • 02Fenster
  • 03Bodenaufbau OG
  • 04Fensterrahmen
  • 05Ringbalken
  • 06Lehmputz
  • 09Stampflehmwand
  • 10Recycelter Kunststoff
  • 19Fassadenhalterung
  • 23Leitungen
  • 24U-Profil
Fassadenschnitt
Fassadenschnitt und Ansicht

Wandaufbau

Dachaufbau

Recycelter Kunststoff — 05 cm
U-Profil (Stahl + gedämmt) — 10 cm
Trägerrost (10 × 60 cm)
GK-Platte x2 — 1,5 cm
Lehmputz — 02 cm

Bodenaufbau OG

Heizestrich — 08 cm
Trittschalldämmung — 04 cm
Brettsperrholz — 09 cm
OSB-Platte x2 — 02 cm
Leimbinder (10 × 39 cm)
GK-Platte x2 — 1,5 cm
Lehmputz — 02 cm

Absturzsicherung

Lehmputz — 02 cm
GK-Platte x2 — 1,5 cm
Holzständerwerk — 10 cm
GK-Platte x2 — 1,5 cm
Lehmputz — 02 cm
Perspektive Fassade
Fassade, Detailansicht

Fassade

Das Fassadenkonzept überträgt die Struktur von Textilien in die Architektur, indem gewebeähnliche Faltungen und rhythmische Segmente das Spiel von Licht und Schatten sichtbar machen.

Die Fassade aus vorgefertigten Modulen aus recyceltem Kunststoff mit integrierter Dämmung und gasgefüllten Zwischenräumen verbindet Tageslichtqualität mit Energieeffizienz, kurzen Bauzeiten und geringer Materialverschwendung.