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Halle an der Saale · Bachelorarbeit · Jade Hochschule
Lageplan
Lageplan

Aus dem Bestand heraus

Halle an der Saale ist eine Stadt mit rund 230.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Als Standort bedeutender Institutionen wie der Kulturstiftung des Bundes, der Leopoldina und der Martin-Luther-Universität ist sie ein Ort des kulturellen und wissenschaftlichen Austauschs. In diesem Kontext wird eine ehemalige Kaserne zum Ausgangspunkt eines architektonischen und freiräumlichen Entwurfs.

Der Bestand wird nicht ersetzt, sondern als identitätsstiftender Kern erhalten und weiterentwickelt. Aus seinem Inneren wächst ein neuer Baukörper, der das historische Dach durchstößt. Die Aufstockung erfolgt punktuell in Form einer baumartigen Holzkonstruktion. Ihre Stützen entwickeln sich aus dem Inneren des Gebäudes, während die „Kronen“ das Satteldach durchbrechen.

So entsteht ein Wechselspiel zwischen Alt und Neu, zwischen Massivität und Leichtigkeit. Der Bestand dient dabei nicht nur statisch, sondern auch konzeptionell als Fundament: Er gibt die Maßstäblichkeit vor, an der sich die neue Konstruktion abarbeitet, und bleibt als Volumen ablesbar.

Das Raumprogramm folgt demselben Gedanken. Im Erdgeschoss liegen die Nutzungen, die den Block zur Stadt hin öffnen — eine Kantine mit Küche und ein gemeinsam nutzbarer Co-Producing-Bereich, dazu die dienenden Räume. Darüber schließen Bibliothek und Co-Working an, im Obergeschoss folgt die Musikschule. Die Nutzungen werden nach oben hin ruhiger, so wie der Baukörper nach oben hin leichter wird.

Der Entwurf versteht sich damit nicht als Neubau auf einem geräumten Grundstück, sondern als Weiterbau: Was da ist, bleibt und trägt.

Konzept Keimen
Konzept — Keimen

Ein grüner Stadtraum

Der Außenraum wird durch den Wegfall fast aller Parkplätze in einen grünen Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität überführt. Drei Zonen gliedern den Freiraum: Wald, Wiese und wassergebundene Bodenfläche.

Der Wald besteht aus tief- und flachwurzelnden Bäumen, die gemeinsam das Mikroklima regulieren, Schatten spenden und Wasser im Boden halten. Die Wiese bildet eine offene Fläche für Erholung, fördert die Biodiversität und dient der Versickerung.

Die wassergebundene Bodenfläche schafft einen nutzbaren Übergangsraum mit lockerem Baumbestand und Schattenplätzen. Verbindende Wege bestehen aus einem gepressten Naturkies mit Tonmehlanteil. Dieses Material ist ökologisch sinnvoll, barrierearm und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein.

Der Entwurf versteht sich als Weiterentwicklung des Bestands und als Beitrag zu einem nachhaltigen, gemeinschaftsfördernden Stadtraum.

Verkehrsfläche Stadtwald Stadtwiese Wassergebundene Fläche Grünstreifen

Die Zonen im Einzelnen

Verkehrsfläche

Die ehemalige Verkehrsfläche wird neu geordnet und deutlich reduziert. Fußgänger und Radfahrende erhalten Vorrang, wodurch eine ruhigere und sicherere Raumfolge entsteht, die zu den neuen Landschaftszonen überleitet. Klare Wegeführungen verbessern die Orientierung und die Zugänglichkeit des Grundstücks.

Stadtwald

Der Stadtwald ist als dichte, artenreiche Grünfläche konzipiert, die Schatten spendet, das Mikroklima verbessert und einen räumlichen Puffer zwischen Straße und Gebäude bildet.

Stadtwiese

Die Stadtwiese bildet eine offene, flexibel nutzbare Fläche für informelle Nutzungen, saisonale Veränderung und visuelle Weite innerhalb des Grundstücks.

Wassergebundene Fläche

Wassergebundene Flächen ermöglichen die natürliche Versickerung von Regenwasser, reduzieren die Bodenversiegelung und tragen zu einer nachhaltigen, durchlässigen Freiraumgestaltung bei.

Grünstreifen

Der Grünstreifen strukturiert die Ränder des Grundstücks, stärkt die ökologische Vernetzung und die landschaftliche Identität insgesamt. Er fungiert zugleich als weicher Übergang zum Straßenraum.

Grundriss Erdgeschoss Grundriss Obergeschoss

Raumprogramm

  • 01CO Producing
  • 02Technikraum
  • 03Unisex-WC
  • 04Bibliothek / Co-Working
  • 05Küche
  • 06Kantine
  • 07Musikschule
Schnitt A-A Schnitt B-B

Schnitte

  • 01CO Producing
  • 02Technikraum
  • 03Unisex-WC
  • 04Bibliothek / Co-Working
  • 05Küche
  • 06Kantine
  • 07Musikschule
Modellfoto
Modellfoto

Wandaufbau

Dachaufbau

EPDM-Folie (Kautschuk) — 2,5 cm
Holzschalung — 3 cm
Lattung — 3 cm
Holzschalung — 3 cm
Dämmung — 10 cm
Dampfsperre
Holzschalung — 3 cm
Leimbinder, Stärke 15 cm — 40 cm
Unterdämmung — 20 cm
Holzschalung — 3 cm
GK-Platte (mit Lehmschlämme) — 1,3 cm
GK-Platte (mit Lehmschlämme) — 1,3 cm
Lehmputz — 1 cm
Gesamt — 68,1 cm

EG Bodenaufbau

Dünnschichtspachtel — 0,5 cm
Estrich mit Fußbodenheizung — 7,5 cm
Trennlage PE-Folie
Trittschalldämmung Mineralwolle — 1,7 cm
Splittschüttung auf Rieselschutz — 5,3 cm
Wärmedämmung XPS — 14,4 cm
PE-Folie
Bestandsfundament
Gesamt — 96,9 cm

OG Bodenaufbau

Dünnschichtspachtel — 0,5 cm
Estrich mit Fußbodenheizung — 7,5 cm
Trennlage PE-Folie
Trittschalldämmung Mineralwolle — 1,7 cm
Splittschüttung auf Rieselschutz — 5,3 cm
Trägerrost, Stärke 15 cm — 60 cm
Dampfbremse Brettsperrholz
Gesamt — 69,7 cm

EG Wandaufbau

Bestandsmauerwerk
Holzfaserplatte — 1 cm
Holzwolleplatte — 3 cm
OSB-Platte — 1,1 cm
Installationsebene — 13,6 cm
Holzwerkstoff — 1,1 cm
Gesamt — 19,8 cm